Prof. Dr. Julian Strube

Mein Verständnis von Religionsforschung in einem Satz:

Die Religionsforschung, und die Religionswissenschaft als Fach im Besonderen, entstanden nicht durch die einseitige Ausbreitung westlicher Ideen, sondern in asymmetrischen globalen Verflechtungen, in denen Akteure aus unterschiedlichen gesellschaftlichen und regionalen Kontexten religiöse Begriffe, Praktiken und Narrative wechselseitig hervorbrachten, transformierten und verhandelten.

In Göttingen seit: April 2024

Studienfächer (Studienorte): Mittlere und Neuere Geschichte und Religionswissenschaft (Heidelberg)

Aktuelle Beschäftigung: Professor für Religionswissenschaft und Interkulturelle Theologie

Forschungsschwerpunkte und Schwerpunkte in der Lehre: Globale Religionsgeschichte, Religion und Politik (Sozialreform, Kolonialismus, Nationalismus, Rassismus, Rechtsextremismus), Religionsvergleich und kultureller Austausch seit der frühen Neuzeit, Esoterik und alternative Religiosität.

Woran haben Sie zuletzt gearbeitet?

Im Juli habe ich eine Konferenz zum Thema „Religion and the Global Far Right“ mitorganisiert. Im Anschluss daran sollen eine Publikation und ein Forschungsnetzwerk entstehen. Aktuell beschäftigen mich besonders globalhistorische Perspektiven auf Rechtsextremismus und Religion. Zum Verhältnis von Rechtsextremismus und Esoterik ist unlängst eine Sonderausgabe der Fachzeitschrift Aries erschienen. Zudem habe ich einen Sammelband zum Thema Esotericism in East Asia mitherausgegeben. Parallel arbeite ich auch am Thema „Sozialreform zwischen Indien, Europa und Nordamerika”, wobei ich einen besonderen Blick auf Unitarismus und indische Reformgesellschaften wie den Brahmo Samaj werfe.

Was steht als Nächstes an?

Wie erwähnt, arbeite ich unter anderem an weiterer Forschung zu globalen Verflechtungen des Rechtsextremismus in Geschichte und Gegenwart. Damit sind auch einige Drittmittelanträge verbunden, die ich momentan entweder selbst vorbereite oder betreue. Weiterhin unterstütze ich einige meiner Doktorierenden bei der Vorbereitung einer Konferenz zu „Religion and Revolution“, die im Februar in Göttingen stattfinden wird.

Was ist für Sie das Besondere an der Göttinger Religionsforschung?

Das Besondere an Göttingen ist für mich die große historische und regionale Breite der Religionsforschung und zugleich die unmittelbare Nähe sehr unterschiedlicher Fächer. Religionswissenschaftliche, theologische, historische, soziologische, philologische, philosophische, pädagogische und regionalwissenschaftliche Perspektiven lassen sich hier auf einem vergleichsweise kompakten Campus besonders produktiv miteinander verbinden.

Weitere Informationen zur Person unter: https://www.uni-goettingen.de/de/prof.+dr.+julian+strube/76039.html