Anna Sehlmeyer, Mag. Theol.

Dissertation in (fast) einem Satz:
In den Prozessen rund um die zeitgenössischen Gestaltungsformen offenbaren sich verschiedene Friedhofsverständnisse, die für die Verantwortlichen bewusst oder unbewusst leitend waren. Der Friedhof ist für viele kein reiner Bestattungs- und Erinnerungsort, sondern ein Experimentierfeld, Möglichkeitsort, Gestaltungsraum – ein Ort des Lebens.
In Göttingen seit: Oktober 2015 (mit einjähriger Unterbrechung, die ich in Berlin verbracht habe)
Studienfächer (Studienorte): Ev. Theologie an der Georg-August-Universität in Göttingen und der Humboldt-Universität zu Berlin
Aktuelle Beschäftigung: Repetentin der ev.-luth. Landeskirche Hannovers und Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Praktische Theologie/ Pastoraltheologie bei Prof. Dr. Hermelink
Forschungsschwerpunkte und Schwerpunkte in der Lehre: Veränderungen in der Bestattungskultur, Friedhofsgestaltung, kirchlicher Umgang mit zeitgenössischer Kunst, Rolle von Religion in kirchlichen Entscheidungsprozessen, alles rund um das praktisch-theologische Handlungsfeld der Poimenik
Woran haben Sie zuletzt gearbeitet?
In meinem praktisch-theologischen Dissertationsprojekt „Gestaltungsraum Friedhof“ untersuche ich den kirchlichen Umgang mit zeitgenössischer Kunst auf kirchlichen Friedhofsflächen und in Friedhofsgebäuden. Mich interessieren dabei insbesondere die Motivation, die Ideen und Erfahrungen, die für die verantwortlichen Kirchenvorsteher*innen, Friedhofsmitarbeiter*innen und Pastor*innen in dem Planungs- und Umsetzungsprozessen leitend waren. Ob und inwiefern auch religiöse Themen hierbei eine Rollen spielten. Welche Potentiale sich hinsichtlich der Veränderungen in der Bestattungs- und Friedhofskultur für evangelische Friedhofsträger aus der Gestaltung mit zeitgenössischer Kunst ergeben und welche Bedeutung ein auf diese Weise genutzter Friedhof für die Gemeindearbeit in einer Kirchengemeinde erhält.
Was steht als Nächstes an?
Ab Oktober 2026 stehen beruflich große Veränderungen bevor: ich werde mein Vikariat in der Emmausgemeinde in Hannover-Herrenhausen beginnen und damit den Sprung in die Praxis wagen. Mein Dissertationsprojekt, das sich in den vorletzten Zügen befindet, wird mich dabei natürlich weiterhin begleiten: der zu der Kirchengemeinde gehörende Friedhof wird hierfür sicher spannende Erkundungsmöglichkeiten bieten. Zudem freue ich mich sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr meine bisherigen Ergebnisse im Rahmen des Seminars „Gestaltungsraum Friedhof“ im Denkhaus Loccum vor Friedhofsverantwortlichen präsentieren und diskutieren zu dürfen.
Was ist für Sie das Besondere an der Göttinger Religionsforschung?
Der Göttinger Campus ist für mich ein besonders guter Ort für die Religionsforschung, weil hier eine große Vielfalt an Disziplinen und Perspektiven auf engem Raum zusammenkommt. Die unkomplizierte und wertschätzende Zusammenarbeit ermöglicht einen fachübergreifenden Austausch, der die eigene Forschung immer wieder inspiriert und den Blick über die Grenzen des eigenen Faches hinaus öffnet.