Liebe Studierende,
liebe Lehrende und Forschende,
liebe Angehörige der Universität,
das Ende der Vorlesungszeit steht vor der Tür – und damit die für alle Beteiligten herausfordernde Zeit der Prüfungen, aber auch der wohlverdienten Pause und Erholung. Das vergangene Semester war reich an anregenden Diskussionen, sowohl in den Gremien der Universität wie auch in neuen Austauschformaten, aus denen zahlreiche Anregungen für die zukünftige Gestaltung der Universität hervorgegangen sind. Neue wissenschaftliche Projekte wurden bewilligt und begonnen, manche Projekte mit reichem Ertrag abgeschlossen, wir haben uns über die Grundlagen des Umgangs miteinander ausgetauscht, die Diskussion um die Reform der Grundordnung der Universität ist weit vorangekommen, ein neuer Präsident wurde einstimmig gewählt: Wir haben sehr viel geschafft!
Dabei ist vielen von uns klar geworden, dass Universitäten wie nur selten zuvor ihre Aufgaben und ihre Funktion für die Gesellschaft deutlicher definieren müssen. Gesellschaftliche Veränderungen laufen mit einer Geschwindigkeit ab, die die Schwerfälligkeit akademischer Institutionen sehr sichtbar hervortreten lässt. Wissen ist nicht mehr individuelles Ergebnis von Studium und Erfahrung, sondern allgegenwärtig verfügbar. Künstliche Intelligenz übernimmt mit überraschender Qualität Aufgaben, die bislang Menschen vorbehalten waren. Welchen Wert haben akademische Qualifikationen in einer zukünftigen Arbeitswelt? Wie können wir den Zusammenhalt der Gesellschaft angesichts wachsender Ungleichheit gewährleisten? Wie unsere individuelle und kollektive Freiheit verteidigen? Wie können wir dem Raubbau an der Natur entgegentreten und die Folgen des Klimawandels bewältigen?
Ich bin überzeugt davon, dass die Universität genau der Ort ist, an dem Antworten auf diese Fragen gesucht und gefunden werden – durch Zusammenarbeit, offenen Austausch und Dialog, Neugier und Kreativität. Genauso ist sie der Ort, an dem man sich den Herausforderungen stellt, die durch immer komplexere Zusammenhänge entstehen. Lernen und Forschen sind gleichermaßen anstrengend und belohnend! Die akademische Gemeinschaft ist eine der erfolgreichsten sozialen Institutionen der Menschheit – mit ihrer Selbstverpflichtung zum In-Frage-Stellen der eigenen Überzeugung und der Bereitschaft, die Argumente des Gegenübers zu hören und dem Bemühen, diese zu verstehen, der Verpflichtung, Hypothesen mit den Methoden des eigenen Fachs zu überprüfen und diese weiter zu entwickeln – das alles bietet die Chance auf Fortschritt und Verständigung und schafft damit die Voraussetzungen für eine friedliche und demokratische Zukunft. Dabei spielen unsere internationalen Kooperationen eine wesentliche Rolle.
Die kommenden Wochen bieten Zeit zum Reflektieren, Auftanken und Inspirieren für das kommende Semester. Ob Sie sich der Forschung widmen, Lehre und Studium vorbereiten oder einfach Kraft sammeln – nutzen Sie die Zeit für das, was Ihnen wichtig ist. Ich jedenfalls bin allen Mitgliedern und Angehörigen der Universität dankbar für die geleistete Arbeit des vergangenen Semesters, einschließlich der Mitarbeiter*innen in Technik und Verwaltung. Die Universität Göttingen wird Sie weiter in Ihrer Arbeit unterstützen und freut sich auf ein Wiedersehen im Herbst.
Ich wünsche Ihnen einen erholsamen Sommer und freue mich auf unseren gemeinsamen Weg, auf dem ich Sie noch bis Dezember zusammen mit meinen Kolleg*innen im Präsidium begleiten darf.
Herzlichst,
Ihr
Prof. Dr. Axel Schölmerich
Präsident
Dear Students,
Dear Teaching Staff and Researchers,
Dear Members of the University community,
The end of the lecture period is fast approaching – and this means exams: a challenging period for everyone involved – and then a well-deserved break with time to relax. The past semester has certainly been rich in terms of stimulating discussions, both within the University’s governing bodies and in new forums for exchange, from which many ideas for the future development of the University have emerged. New research projects have been approved and launched; some projects have been successfully completed with excellent results; we have exchanged views on the fundamentals of how we interact with one another; the debate on reforming the University’s constitution has made significant progress; and a new President has been unanimously elected: we have achieved a great deal!
In the process, it has become clear to many of us that the University, more than ever before, needs to define its roles and functions for society more clearly. Social changes are taking place at a pace that makes the sluggishness of academic institutions all too apparent. Knowledge is no longer the individual outcome of study and experience, but is universally available. Artificial Intelligence is taking on tasks that were previously the preserve of humans, with surprising proficiency. What value will academic qualifications hold in the future world of work? How can we ensure social cohesion in the face of growing inequality? How can we defend our individual and collective freedom? How can we fight the overexploitation of nature and tackle the consequences of climate change?
The coming weeks will offer an opportunity to reflect, recharge your batteries and find inspiration for the coming semester. Whether you are devoting yourself to research, preparing for teaching and studying, or simply recharging your batteries – please use this time for that which is important to you. For my part, I am grateful to all staff, students and everyone at the University, including the technical and administrative staff, for the work they have done over the past semester. The University of Göttingen will continue to support you in your work and looks forward to seeing you again in the autumn.
Please let me wish you a relaxing summer. I am looking forward to our continuing journey together, during which I shall carry on supporting you until December, together with my colleagues on the Presidential Board.
All the very best,
Professor Axel Schölmerich
President