Masterclass: Executions and Executed Body in the Early Modern World

Am 16. Dezember 2025 fand zum Jahresabschluss die Masterclass zu Hinrichtungen in der Frühen Neuzeit statt. Das von Dr. Sarah von Hagen und der dazu angereisten Dr. Anne Cusack aus Oxford organisierte Seminar gab kurz vor der besinnlichen Weihnachtszeit noch einmal schrecklich-schauerliche Einblicke in die Hinrichtungspraxis Londons in der Frühen Neuzeit.
Das Seminar, welches sich durch seinen thematischen Schwerpunkt bedingt, hauptsächlich mit Leichen befasste, wurde durch Dr. Cusack ausgesprochen lebendig für die anwesenden Studierenden aufbereitet. Dass die Hinrichtungspraktiken der Frühen Neuzeit mitunter nur Stoff für Hartgesottene lieferten, rückte so ein Stück weit in den Hintergrund. Die im Englischen bekannte „morbid curiosity“ wurde in den vier Stunden der Masterclass unter Dr. Cusacks Leitung im wörtlichsten Sinn für alle Anwesenden im Raum deutlich spürbar.
Den im Laufe der Masterclass aufgekommenen Fragen wurde viel Raum gegeben – letztlich waren die vier Stunden sogar fast zu wenig. Angefangen bei Prozessakten am Gerichtshof des Old Bailey, in denen Angeklagte mitunter innerhalb von 5 Sätzen kurz und knapp zum Tode verurteilt wurden, über bizarre Wege aus der Todesstrafe hin zur Hinrichtung als städtisches Großevent mit Alkoholausschank und Snackverkauf und anschließendem Leichenklau im Auftrag der Wissenschaft oder Rücksendung von Leichenteilen in die Heimat wurde thematisch alles durchleuchtet, was das Herz begehren könnte.
Um einen kurzen Überblick für diejenigen, die sich unter dem Thema noch nicht viel vorstellen können, hier ein paar besondere Inhalte aus den vier Stunden: Man konnte sich durch Vorlesen aus der Todesstrafe befreien. Wer das nicht konnte, wurde hingerichtet und sah die eigene Hinrichtung mitunter von der Stadt als Großevent inszeniert. Im Anschluss wurde die eigene Leiche eventuell nach der vollzogenen Beerdigung von Leichendieben im Auftrag der lokalen Anatomie als Objekt für den Sezierungsunterricht wieder ausgegraben oder in Stücken in die Heimat geschickt, um dort zur Abschreckung aufgehängt zu werden – das im Zweifel ungekühlt nach tage- und wochenlanger Reise quer durchs Land. Wem jetzt noch nicht übel geworden ist, ist herzlich dazu eingeladen, sich weitergehend mit Hinrichtungen in der Frühen Neuzeit zu beschäftigen. Die Masterclass zeigte in der Kürze der Zeit anschaulich, wie viel überaus Spannende Aspekte dieses Thema zu bieten hat.
Ein Bericht von Julian Bjarne Stark

On 16 December 2025, the Masterclass on executions in the early modern period took place as a year-end event. Organised by Dr Sarah von Hagen together with Dr Anne Cusack from Oxford, who had travelled specifically for the occasion, the seminar offered grim and chilling insights into execution practices in early modern London shortly before the reflective Christmas season.
Given its thematic focus, the seminar dealt largely with corpses. However, Dr Cusack presented the material in an exceptionally vivid manner for the students in attendance. As a result, the fact that early modern execution practices often provided material only for the hard-hearted receded somewhat into the background. The notion of “morbid curiosity,” well known in English, became palpable in the most literal sense over the four hours of the Masterclass under Dr Cusack’s guidance.
Ample time was given to the many questions that arose during the session—indeed, the four hours almost proved too short. Topics ranged from trial records at the Old Bailey, where defendants were sometimes sentenced to death in as few as five terse sentences, to bizarre pathways from death sentence to execution. Execution itself was discussed as a major urban event, complete with the sale of alcohol and snacks, followed by the theft of corpses on behalf of science or the return of body parts to the condemned’s place of origin.
To offer a brief overview for those less familiar with the topic, a few particularly striking aspects of the four-hour Masterclass may be highlighted: in some cases, individuals could free themselves from the death penalty by reading aloud. Those who could not were executed, sometimes witnessing their own execution staged by the city as a large-scale public event. Afterwards, their bodies might be exhumed after burial by body snatchers acting on behalf of local anatomical schools and used for dissection classes, or dismembered and sent back to their home regions to be displayed as a deterrent—often unrefrigerated, after journeys lasting days or even weeks across the country. Anyone who has not yet felt faint is warmly invited to explore early modern executions in greater depth. Despite its limited duration, the Masterclass vividly demonstrated just how many fascinating aspects this topic has to offer.
A report by Julian Bjarne Stark