Feuchttücher gehören nicht in die Toilette – auch kein feuchtes Toilettenpapier!

Feuchttücher und feuchtes Toilettenpapier zersetzen sich im Abwasser deutlich langsamer als gewöhnliches Toilettenpapier und gehören daher nicht in das Klo, sondern ausschließlich in den Restabfall.

Zugegeben: Feuchttücher bzw. Vliestücher sind praktisch und in vielen Varianten erhältlich – ob als Reinigungs-, Desinfektions- oder Babyfeuchttücher sowie als feuchtes Toilettenpapier.

Was viele nicht wissen: Vliestücher bestehen aus einer Mischung aus natürlichen Fasern, wie Zellstoff oder Viskose, aber auch aus Kunststofffasern, beispielsweise Polyester oder Polypropylen. Das macht sie besonders reißfest – doch genau das wird im Abwasser zum Problem: Anders als normales Toilettenpapier zerfallen Vliestücher auch unter mechanischer Belastung und im Kontakt mit Wasser nur sehr langsam. Dies gilt genauso für alle Produkte, die als „spülbar“ oder „biologisch abbaubar“ beworben werden! Auch wenn diese Tücher grundsätzlich abgebaut werden können, dauert es doch viel zu lang für den Weg bis zur Kläranlage, sodass sie im Abwassersystem zu schlimmen Verstopfungen führen können.

Das Tückische: Auf ihrem Weg durch die Kanalisation werden die Feuchttücher ineinander verwirbelt und wachsen zu meterlangen „Zöpfen“ heran. Dies führt zu Verstopfungen in Rohrleitungen und Pumpwerken– ein Problem, das auch in der UMG regelmäßig auftritt. Die Folge sind aufwendige Reinigungs- und Wartungsarbeiten sowie zusätzliche hohe Kosten. Woher die Tücher im Einzelnen im Abwasser der UMG stammen, lässt sich nicht eindeutig nachvollziehen. Nach aktuellem Kenntnisstand werden Vliestücher in der UMG jedoch weder vom HWD noch in der Pflege regulär eingesetzt. Nicht auszuschließen ist, dass Patient*innen diese privat mitbringen.

Auch politisch wird diskutiert: Fachleute aus der Wasser- und Abwasserwirtschaft weisen seit Jahren darauf hin, dass Feucht- und Vliestücher erhebliche Probleme in Kanalisationen und Pumpanlagen verursachen. Teilweise werden inzwischen sogar Verbote bestimmter Feuchttücher gefordert. Der niedersächsische Umweltminister Christian Meyer fordert eine Abgabe für Hersteller von Feuchttüchern, um diese stärker an den Kosten für Reinigungs- und Wartungsarbeiten in den Abwassersystemen zu beteiligen. Außerdem spricht sich der Umweltminister für klarere Kennzeichnungen auf den Verpackungen aus: „es müsse deutlicher werden, dass die Tücher in den Restmüll gehören und nicht in die Toilette“.

Daher unsere eindringliche Bitte: Helfen Sie durch die richtige Entsorgung – nämlich in den Restmüll – mit, Verstopfungen und Störungen im Abwassersystem zu vermeiden! Weise Sie gerne auch andere Personen, wie Patient*innen darauf hin.