F. Janina Gräsche (sie/ihr), Mag. Theol.

Dissertation in einem Satz:
Mit meiner Dissertation bringe ich einen religionswissenschaftlichen Blick in die Debatten um religiöse Sozialismen ein, der ‚Mystik‘ konsequent historisiert und damit eine Leerstelle in der Rezeption schließen soll.
In Göttingen seit: Oktober 2024
Studienfächer (Studienorte): Evangelische Theologie (Marburg, Halle, Leipzig)
Aktuelle Beschäftigung: wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Forschungsprojekt „Sozialistische Mystik, Mystischer Sozialismus. Sozialreform und alternative Religiosität in den Jahrzehnten um 1900“
Forschungsschwerpunkte und Schwerpunkte in der Lehre: Mystik, Sozialismus und Anarchismus, Reflexion von Theorie und Methodik in Religionswissenschaft und Theologie
Woran haben Sie zuletzt gearbeitet?
Aktuell arbeite ich an meiner Dissertation über Gustav Landauer und Hugo Ball. In der Rezeption wird das Denken dieser beiden Schriftsteller oft als „mystisch“ oder „romantisch“ bezeichnet. Ich schaue mir genauer an, was mit ‚mystisch‘ und ‚romantisch‘ eigentlich gemeint ist und was diese Klassifizierungen miteinander zu tun haben. Zentral dafür ist ein kritischer Blick auf den Forschungsdiskurs zu ‚Mystik‘ in Religionswissenschaft, Theologie und Literaturwissenschaft.
Was steht als Nächstes an?
Im Sommersemester gebe ich ein Seminar zur Frage „Was ist Mystik? Einführung in Literatur, Geschichte und Forschung“, das ich gerade vorbereite. Außerdem plane ich zusammen mit meinen Kollegen im Forschungsprojekt Konstantin Moser (Göttingen) und Mikheil Kakabadze (Stockholm) eine Tagung zum Thema „Religion and Revolution“. Sie wird im Februar 2027 hier in Göttingen stattfinden. Wer sich für das Thema interessiert, sollte die Augen offen halten nach dem Call for Papers und später auch nach dem Programm! Das wird eine sehr interessante Konferenz, auf die ich mich jetzt schon sehr freue.
Was ist für Sie das Besondere an der Göttinger Religionsforschung?
Die Göttinger Religionswissenschaft zieht sich nicht in einen akademischen Elfenbeinturm zurück, sondern nimmt ihre gesellschaftliche Verantwortung als öffentliche Wissenschaft ernst, indem sie sich auch an aktuellen gesellschaftlichen und politischen Diskursen beteiligt und ihre Perspektive auf komplexe Zusammenhänge einbringt. Wer die Zusammenhänge zwischen Religion, Gesellschaft und Politik verstehen und erforschen möchte, ist in Göttingen am richtigen Ort!