Dr. Isabella Augart

Ergebnis der Dissertation in einem Satz:

In meiner Dissertation „Rahmenbilder. Konfigurationen der Verehrung im frühneuzeitlichen Italien“ habe ich eine Bildgruppe von Altarbildern, die im 15.-17. Jahrhundert als Rahmung für darin eingesetzte Gnadenbilder entstanden, untersucht und herausgefunden, dass die Verbreitung und Gestaltung derartiger mehrteiliger Altarbilder in engem Zusammenhang mit Diskussionen innerhalb der Katholischen Reform über die Verehrung von Bildern und über die Affizierung durch religiöse Bilder steht.

In Göttingen seit: 09/2019

Studienfächer (Studienort): Promotion an der FU Berlin, Studium der Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft in Oxford, Rom und Berlin

Aktuelle Beschäftigung: Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Allgemeine Kunstgeschichte, Kunstgeschichtliches Seminar und Kunstsammlung

Forschungsschwerpunkte und Schwerpunkte in der Lehre: Europäische Kunstgeschichte des 14.–18. Jahrhunderts, darin besonders das Verhältnis von Natur/Landschaft, Religion und Kunst, die Bildgeschichte der Landschaft und die Repräsentation von Nahrungsmitteln und Naturmaterialien

Woran haben Sie zuletzt gearbeitet?

Derzeit schreibe an meinem Habilitationsprojekt „desertum. Landschaftsräume des Eremitentums in der Malerei des Trecento und Quattrocento“. Darin untersuche ich Landschaftskonzepte im Kontext des Eremitentums in der italienischen Kunst des 14. und 15. Jahrhunderts. In dieser Zeit erfuhren Darstellungen des Rückzugs in die Natur von Eremiten, Wüstenvätern und -müttern und von Heiligen wie etwa Johannes dem Täufer, Hieronymus und Benedikt enorme Verbreitung. Mich interessieren die Landschaftsgründe dieser Episoden: Wie hat man sich die Lebensumgebung von eremitischen Menschen in Texten und Bildern vorgestellt? Was verrät uns die Darstellung der kargen Wüsten, Höhlen und Berge über zeitgenössische Mensch-Umwelt-Beziehungen? In der Studie verfolge ich die soziale Wirksamkeit des Topos der abgelegenen Ödnis in komplexen sozialen Raumgefügen und entwickle Perspektiven einer landschaftsgebundenen christlichen Ikonographie.

Was steht als Nächstes an?

In einem gemeinsam mit Studierenden entwickelten Ausstellungsprojekt zu „Eremiten. Naturräume der Einsamkeit in der Graphik des 15.-19. Jahrhunderts“ verfolgen wir die Bildgeschichte der eremitischen Einsamkeit mit Blick auf Druckgraphiken aus der Göttinger Universitätskunstsammlung. Wir beschäftigen uns darin mit dem Eremiten-Boom in den umfangreichen Eremiten-Zyklen um 1600, mit höfischen Eremitagen und mit der solitude romantique in der Kunst des 18. und 19. Jahrhunderts.

Was ist für Sie das Besondere an der Göttinger Religionsforschung?

Die interdisziplinäre Vielfalt und Offenheit für religionsbezogene Fragen in Geschichte und Gegenwart.

Weitere Informationen zur Person unter:

https://www.uni-goettingen.de/de/613929.html